Das Orchester 2005-2015

Auch Ende 2004 musste eine Reihe von StammspielerInnen aus Altersgründen das JZOH verlassen. Fast alle konnten motiviert werden,  in das Hessische Landesorchester zu wechseln.

Das JZOH befand sich dadurch Anfang 2005 in der für Jugendorchester turnusüblichen Umbruchphase.
Eine aus einer Werbeaktion 2004 entstandene kleine Gruppe bildete die Grundlage für die neue Ensemblearbeit welche über nahezu exakt 10 Jahre verlief:

Am 09. Oktober 2005 trat das neu aufgebaute Orchester in einem Gemeinschaftskonzert der Landesorchester auf, bei dem der BDZ Hessen auf die Gründung des 1. JZOH vor 25 Jahren zurückblicken konnte.
Am 09.Oktober 2015 begann die letzte Probenphase in dieser Besetzung für das Abschlusskonzert am 11.10.2015 – nun rückblickend auf 35 Jahre JZOH.

„Duales System“
Bereits in der Phase von 1998 bis 2004 – mit Gründung des Ensembles Stringendo innerhalb des JZOH – hat sich das zweigleisige Arbeiten bewährt.
Um unter anderem die große Altersspanne innerhalb des Orchesters auszugleichen, bot das JZOH für besonders fortgeschrittene, begabte und motivierte MusikerInnen auch in dieser Besetzung Ensemblearbeit an.
In der Regel probte die „Komplettbesetzung“ am Samstag (ohne Übernachtung), das kam den jüngeren Spielern entgegen und erleichterte Neueinsteigern den Start.
Ein Ensemble probte zusätzlich noch sonntags – eigene Literatur. Hier waren vor allem die „größeren“, fortgeschritteneren MusikerInnen gefordert.
Selbstverständlich gab es aber auch gemeinsame Wochenenden, wie zum Beispiel vor Konzerten.

Kommentar eines ehemaligen Mitspielers zur JZOH-Teilnahme:

… Das liegt auch an unserer Dirigentin Sabine Geis, die im Jahr 1998 die Leitung des JZOH übernommen hat. Diese Frau hat eine Art uns für die Musik zu begeistern, einfach genial. Es macht wirklich Spaß, unter ihrer Leitung zu spielenAuf solchen Probenwochenenden lernt man oft mehr, als in mehreren Wochen im normalen Unterricht. „Unsere teachers“ haben als qualifizierte Musiker richtig Ahnung von dem, was sie uns erzählen. Nicht nur die Orchesterstücke werden intensiv geprobt sondern auch die Technik am Instrument wird besprochen und gegebenenfalls korrigiert. Man lernt eben nie aus.Der langen Rede kurzer Sinn, das JZOH ist eine Sache, die man erlebt haben muß, denn es fällt schwer, alle Eindrücke hier wiederzugeben, die man bei Proben und Konzerten erfährt. Also am besten einfach mal das Instrument geschnappt und zu einer Probe angemeldet!

 

Christian Gutgesell, 1999
(Ex Gitarrist und Notenwart im JZOH)

Das Jubiläumsjahr 2010 feierte das in Trägerschaft des Bundes Deutscher Zupfmusiker (BDZ), Landesverband Hessen liegende Orchester im Rahmen des Eurofestivals mit zwei besonderen Highlights: Zum einen mit der Aufführung einer Kinderoper, frei nach W.A. Mozart- dieses Projekt ist die erste Zusammenarbeit der beiden Landesorchester – sowie mit einer Konzertreise im August 2010 nach Schottland.

Die Dirigentin Sabine Geis hat mit ihrer Bearbeitung und Umsetzung für ZO von Mozarts Meisterwerk „Die Entführung aus dem Serail“ wieder einmal gezeigt wie viel Spaß „Klassische Musik“ machen kann, wenn sie richtig vermittelt wird. Und als ob dies nicht genug wäre, knüpfte sie im Jahr 2013 mit dem Musiktheater „Schneerunzel und die Spessarträuber – oder: Wann kommt denn endlich der Prinz mit seinem blöden Gaul…?“ in ähnlicher Manier an diesen Erfolg an. Ein weiteres Highlight für Dirigentin, Orchester und alle Beteiligten.

Zeitweise probten 35 Jugendliche zwischen 11 und 21 Jahren an fünf Wochenenden pro Jahr. Darunter waren zahlreiche WettbewerbspreisträgerInnen (u.a. Jugend Musiziert, Roland Zimmer Wettbewerb, Jugend Kulturpreis Miltenberg ) und junge MusikerInnen, die bei Workshops durch ihr besonderes Talent und Interesse aufgefallen sind bzw. von ihren LehrerInnen empfohlen wurden. Durch engagierte Probenarbeit, regelmäßige Auftritte und eine kleine Konzertreise konnte das Niveau bezüglich Schwierigkeitsgrad, Zusammenspiel und Tonbildung kontinuierlich gesteigert werden. Neben den großen Projekten wie der Kinderoper, dem Musiktheater, die Konzertreisen nach Schottland (2010) und Ungarn (2014) rundeten kleine Highlights wie gemeinsame Spieleabende zum Abschluss einer Samstagsprobe oder auch mal ein „Grillevent“ bei Orchestermitgliedern bzw. den Organisatoren während eines Probenwochenendes das Rahmenprogramm ab und sorgten für ein gutes Klima in der Orchestergemeinschaft.